Glossar

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  • Alltagssprache

    Prof. Dr. Ludger Hoffmann (2019)

    Alltagssprache ist die Sprache, die in Diskursen der alltäglichen Lebenspraxis gespro-chen und zur unproblematischen Verständigung bei geteiltem Hintergrundwissen jederzeit verwendet werden kann. Sie wird von Kindern als erste oder weitere Spra-che durch spezifische Lehr-Lerndiskurse, durch Input/Rezeption und Resonanz des eigenen Sprechens erworben und institutionell ausgebaut. Alltagssprache ist charak-teristisch für den Umgang mit vertrauten Personen…

  • BICS und CALP

    Julia Ricart Brede (2019)

    Was steht hinter BICS und CALP? BICS ist das Akronym für „basis interpersonal communicative skills“, CALP steht für „cognitive academic language proficiency“. Cummins hat das Begriffspaar in den 1970er Jahren eingeführt (vgl. Cummins, 1979) und in seiner Bedeutung in den Folgejahren sukzessive ausdifferenziert; in der Diskussion präsent sind die Akronyme bis heute…

  • Bildungssprache

    Helmuth Feilke (2019)

    Für den Versuch einer Begriffsbestimmung von Bildungssprache ist es sinnvoll, zunächst bei den Funktionen und erst nachgeordnet bei den sprachlichen Strukturen anzusetzen. Wichtige Stichworte für die Definition sind: Handlungsbezug, Schriftlichkeitsbezug und Dekontextualisierung, Reflexivität, kognitive Funktionalität, soziokulturelle Funktion, bildungssprachliche Praktiken. Nach außen kann die Bildungssprache von den verwandten Konzepten Schulsprache und Fachsprache abgegrenzt werden. …

  • Bildungssprachliche Praktiken

    Miriam Morek; Vivien Heller (2019)

    Der Begriff ‚Bildungssprache‘ wurde in Deutschland zunächst von der Erziehungswis-senschaft (erneut) in die Diskussion gebracht, die damit eine disziplinenübergreifende Beschäftigung mit den sprachlichen Hürden beim fachlichen Lernen – nicht nur, aber vor allem bei DaZ-Lernenden – ausgelöst hat. ….

  • Code-Mixing

    Miriam Morek; Vivien Heller (2019)
    Unter Code-Mixing versteht man das Mischen von zwei oder mehr Sprachen oder Varietäten in einer sprachlichen Interaktion. Häufig wird der Begriff ‚Code-Mixing‘ im Sinne von Code-Switching gebraucht, v.a. in Studien, die sich mit grammatischen Aspekten von Sprache beschäftigen. Im Bereich der Soziolinguistik, der Spracherwerbsforschung und Bildungsforschung wird dagegen zwischen diesen beiden Begriffen unterschieden. …

  • Code-Switching

    Claudia Maria Riehl (2019)

    Ein typisches Merkmal mehrsprachiger Sprecher(innen) ist es, dass sie in Gesprächen untereinander innerhalb des Gesprächs und manchmal sogar innerhalb eines Satzes die Sprache wechseln. In diesem Fall spricht man von ‚Code-Switching‘. Darunterversteht man den Wechsel zwischen zwei (oder mehr) Sprachen oder Varietäten innerhalb ein und derselben kommunikativen Interaktion. Der Wechsel kann sowohl einzelne Lexeme als auch einen ganzen Diskursabschnitt betreffen. …

  • Durchgängige Sprachbildung

    Ingrid Gogolin (2019)

    Das Konzept der „durchgängigen Sprachbildung“ wurde im Rahmen des Modellprogramms „Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig)“ entwickelt, das von 2004 bis 2009 von der BundLänder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (mit einer Transferphase bis 2013) gefördert wurde (Gogolin et al., 2011). Hauptaufgabe dieses Programms war die Entwicklung und praktische Erprobung von Konzepten der Förderung, die geeignet sein sollten, Brüche in der Bildungslaufbahn von Kindern und Jugendlichen zu vermeiden. …

  • Das Konkretisierungsraster

    Tanja Tajmel (2019)

    Das Konkretisierungsraster ist das zentrale Mittel einer Methode (Konkretisierung sprachlicher Lehr- und Lernziele), mit welcher Aufgabenstellungen hinsichtlich der erforderlichen sprachlichen Mittel auf Wort-, Satz- und Textebene systematisch analysiert werden. Das Konkretisierungsraster kann in allen Fächern und auf alle Aufgaben angewandt werden, die einen sprachlichen Operator beinhalten. Die Arbeit mit dem Raster erfolgt nach einer bestimmten Vorgehensweise. …

  • Fachsprache

    Thorsten Roelcke (2019)

    Die moderne Forschungsdiskussion ist im deutschsprachigen Raum seit den 1930er Jahren historisch und systematisch im Wesentlichen durch drei verschiedene Konzeptionen geprägt. 1) Im Rahmen eines systemlinguistischen Inventarmodells (seit etwa 1930 bis heute) werden Fachsprachen als Zeichensysteme aufgefasst, die als eigene sprachliche Varietäten oder Register von dem System der Allgemein- oder Alltagssprache sowie der sog. Bildungssprache zu unterscheiden sind. Wichtige Charakteristika von Fachsprachen sind hiernach terminologische Exaktheit und Eindeutigkeit sowie syntaktische und textuelle Explizitheit und Komplexität. …

  • Genredidaktik

    Erkan Gürsoy (2019)

    Genredidaktik ist im englischsprachigen Raum als Genre Pedagogy bekannt, alternativ wird der Begriff Genre Based Approach verwendet, in den Ansätzen der 80er Jahre gelegentlich Genre Cycle. Im skandinavischen Raum ist die Bezeichnung Genredidaktik etabliert. Es handelt sich hierbei um ein Konzept aus Australien (Sydney), das primär zum Schreiben im Unterricht aller Fächer verwendet wird (Rose & Martin, 2012). …