Bildungssprachliche Praktiken im Unterrichtsgespräch

„Gesprächsfähigkeit verbessern heißt allererst, Unterrichtsgespräche zu verbessern.“ Mit diesem Satz haben Becker-Mrotzek/Quasthoff bereits 1998 die Relevanz des Unterrichtsgesprächs für die Förderung sprachlicher Fähigkeiten unterstrichen. Im Fokus dieses Seminars steht daher die Frage, wie Unterrichtsgespräche gestaltet werden müssen, damit Lernende im Unterrichtsgespräch nicht nur ihre inhaltlichen, sondern auch ihre (bildungs-)sprachlichen Fähigkeiten erweitern können.

Um den Teilnehmer(inne)n einen weitestgehend authentischen Zugang zu Unterrichtsgesprächen zu ermöglichen, wird im Seminar intensiv mit Unterrichtsvideos gearbeitet. Dabei ist das Seminar als kombinierte Online- und Präsenzveranstaltung konzipiert. Es gibt insgesamt zehn Präsenzsitzungen, die sich mit den Onlinephasen abwechseln. In den Präsenzveranstaltungen steht der inhaltliche Input im Vordergrund. Es werden verschiedene Aspekte der Gestaltung eines sprachsensiblen Unterrichtsgesprächs thematisiert und Analysekriterien erarbeitet. Anschließend setzen sich die Studierenden in den Onlinephasen mithilfe der in den Präsenzsitzungen entwickelten Analysekriterien mit den Unterrichtsvideos auseinander.

Ziel des Seminars ist die Erweiterung der Sprachförderkompetenzen der DDaZ-Studierenden. Zwei Dimensionen werden in Anlehnung an das Kompetenzmodell DaZKom berücksichtigt:

  1. Dimension „Fachregister“
  2. Dimension „Didaktik“ (Köker et al. 2015).

Aufbau von Sprachförderkompetenzen mithilfe der Analyse von Unterrichtsaufnahmen

Differenzierte Beschreibung sprachlicher Anforderungen in Lehr-Lern-Situationen

  • Alltagssprache
  • Bildungs- und Fachsprache
  • Diskurskompetenz

Einschätzung der sprachlichen Interaktion

  • Schwierigkeiten für Lernende
  • Missverständnisse
  • Normgerechte oder
  • verletzende Äußerungen

Methodisch-didaktische Handlungsmöglichkeiten

  • Scaffolds
  • Umgang mit Fehlern